Rezension: Alex Gino “George”

Ich hatte mir bisher nie intensive Gedanken darüber gemacht, wie sich wohl jemand fühlen muss, der sich in einem Körper mit dem “falschen” Geschlecht gefangen fühlt. Jetzt hat Alex Gino mich mit seinem Buch “George” so sehr emotional gepackt und in dieses Thema gezogen, dass ich wohl sagen kann, ich habe mit der Hauptperson mitgelitten und Verständnis entwickelt. Der Autor lässt George aus seiner Perspektive erzählen. Das Buch ist ab 10 Jahren empfohlen, und ich denke, als Eltern sollte man ein Gefühl dafür haben, ob sich das eigene Kind schon mit einem solchen Thema auseinandersetzen kann. Wie es sich anfühlt, wenn man ausgegrenzt wird, wissen viele Kinder in dem Alter schon. Wenn man aber ein Geheimnis in sich trägt, dass man nicht mal der eigenen Mutter, dem Bruder oder der besten Freundin anvertrauen kann, ist das hart.

George ist 10 Jahre alt und muss ihre Mädchenzeitschriften vor ihrer Mutter verstecken. Sie würde gern vieles ausprobieren, aber – sie ist als Junge auf die Welt gekommen. Also versteckt sie ihre Neigungen, bis sie sich bei einem Theaterstück nichts sehnlicher wünscht, als eine bestimmte Frauenrolle zu spielen. Der innere Konflikt und die Heimlichkeiten zerreißen sie immer mehr, und sie will endlich zeigen, dass sie ein Mädchen ist. Aber die Lehrerin hält ihr Vorsprechen für einen schlechten Scherz…

In diesem Buch werden die Gefühle sehr greifbar und intensiv vermittelt. Das erzeugt Verständnis und bewirkt hoffentlich auch mehr Toleranz dafür, dass nicht jeder Mensch gleich sein muss.

Wir danken Sonja Hennig für diese Rezension!

 

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