Peter Prange “Die Rose der Welt”

“Die Rose der Welt” von Peter Prange ist ein historischer Roman, der in der Zeit ab 1223 spielt. Der Autor greift das Thema auf, wie es zur Unabhängigkeit der Universitäten von den königlichen Herrschern kam. 1229 wurde an der Universität in Paris zwei Jahre gestreikt, bis der Papst eine Regelung traf, die den Universitäten sehr viele Freiheiten zugestanden hat. Er erzählt die Geschichte von zwei Männern, die als Jungen beide davon träumten, an der Pariser Universität zu studieren. Paul geht voran und will Robert nachholen. Aber er hält sein Versprechen nicht. Stattdessen wird er ein erfolgreicher Kopist, der Kopien der Vorträge und Schriften der Professoren anfertigt und gibt das Studium auf. Er heiratet Marie, die nach Wissen strebt und gern diskutiert. Leider rutscht Paul mehr und mehr in die Rolle des Geschäftsmannes und nutzt nur Maries Fähigkeiten als Kopistin, während er ihren Wissensdrang bremsen will. Das macht sie sehr unglücklich. Robert hingegen wird ein sehr engagierter Student. Der berühmte Victor D’Alsace will ihn in Theologie unterrichten. Robert geht Paul aus dem Weg, bis sich beide zufällig begegnen. Nachdem Robert zunächst ablehnend reagiert, versöhnen sich beide später. Nach einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Studentenfeier, bei der unter anderem normale Bürger mit Jauche besprengt wurden, kommt es zu Unruhen. Die Mutter des Königs Ludwig ordnet Hinrichtungen an, auch Robert soll völlig zu Unrecht hingerichtet werden, aber er kann fliehen. Es kommt zu politischen Intrigen und dem Streik der Professoren und Studenten, wobei König Ludwig eigentlich auf der Seite der Universitäten steht, sich zunächst aber nicht gegen seine Mutter durchsetzen kann. Robert ist auf der Flucht und verliebt sich ausgerechnet in Marie, Pauls Frau. Die Dinge nehmen ihren Lauf…

Spannend und lebendig lässt Peter Prange diese Zeit neu aufleben. Interessant sind nicht nur die politischen Intrigen. Auch religiöse Zwistigkeiten und philosophische Ansichten fließen ein. Anhand von Maries Leben geht es auch um die Stellung der Frau und um moralische Fragen. Dieses Werk ist sehr vielfältig und schon etwas anspruchsvoll, aber gut zu lesen. Mir hat es gut gefallen.

Wir danken Sonja Hennig für diese Rezension!

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