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hr-iNFO Büchercheck: Jan Weiler „Kühn hat Ärger“

Jan Weiler ist ein bekannter und sehr erfolgreicher deutscher Autor. So wurden z.B. seine Romane „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ und „Und ewig schläft das Pubertier“ verfilmt. Nun hat sich Jan Weiler auch auf das Krimi-Schreiben verlegt.
hr-iNFO Büchercheckerin Karin Trappe hat den Krimi gelesen.

Worum geht es?
An einer Münchener Straßenbahnhaltestelle wird Amir Bilal, Sohn libanesischer Einwanderer, tot aufgefunden. Brutal zusammengeschlagen und –getreten, abgelegt wie Abfall. Kriminalhauptkommissar Martin Kühn, nach einem burn-out wieder im Dienst, ermittelt. Und erfährt, dass Amir bei der Polizei als Intensivtäter bekannt war, aber in den letzten Monaten eine Verwandlung durchlebt hatte: er war freundlich und fleißig geworden, wollte etwas aus seinem Leben machen. Der Grund: Julia van Hauten, die Tochter einer sehr reichen Familie. Zwei Welten haben sich getroffen, so erfährt es Kühn bei einer Befragung im Haus der van Hautens:
„Dann erzählte van Hauten, wie Bilal in ihrem Leben aufgetaucht war. Wie sie ihn gemocht hatten, wie glücklich sie über die bereichernde Beziehung ihrer Tochter mit Amir waren. Wie gern sie ihn um sich hatten. Dass Amir auch mit Julias Bruder Florin eine gute Beziehung hatte. Man habe miteinander Urlaub gemacht, Amir habe ihn auch mal um Rat gefragt und sei in den paar Monaten unglaublich aufgeblüht. Ein netter, kluger und reflektierter Junge sei er gewesen. Dazu wissbegierig und liebevoll mit seiner Tochter. Himmelherrgott noch mal, ist das alles dufte hier. Das war ein Heiliger unter lauter Heiligen. Aber warum nicht? Was ist daran verkehrt? Sie haben dem Jungen offenbar gutgetan. Und sie haben es gern gemacht. Wenn es mehr Menschen wie diesen Mann gäbe, wäre die Welt ein besserer Ort.“

Wie ist es geschrieben?
Jan Weiler hat einen neuen, eigenen, für einen Krimi ungewöhnlichen Ton. Da ist der Polizist Martin Kühn, der oft am Leben und den Ungerechtigkeiten verzweifelt, der grübelt, nachdenkt und sich fremd fühlt in Gegenwart der wohlhabenden, aber äußerste zuvorkommenden van Hautens. Weiler schildert das mal skeptisch, mal amüsiert, oft aber auch bissig. Nur manchmal schimmert das eher humoristische Potential des Autors durch, das man aus seinen anderen Büchern kennt. Weiler hat „Kühn hat Ärger“ mit viel Einfühlungsvermögen für sein Personal und mit Interesse für deren Schicksale geschrieben und entwickelt dabei auch einen Roman über den Zustand in unseren Städten.

Wie gefällt es?
Jan Weiler hat mich als Krimi-Autor restlos überzeugt. „Kühn hat Ärger“ ist ein politisches, ein spannendes, ein aufrührendes und überzeugendes Buch. Jan Weiler geht tief hinein in die gesellschaftlichen Probleme, in die Welt der Migranten und der Super-Reichen. Diesen Kontrast hält Polizist Kühn kaum aus – und Weiler schildert dabei auch eine moralische Wohlstandsverwahrlosung, die mich fast sprachlos gemacht hat. Wer aber denkt, diese Geschichte gehe nur um den Konflikt zwischen arm und reich, und dies sei auch der Grund für den Mord, der hat zu kurz gedacht. Das Buch ist deutlich vielschichtiger, als man auf den ersten Blick denkt…

Jan Weiler: „Kühn hat Ärger“, Verlag Piper, 20 EUR, ISBN: 978-3492057578

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Ein großartiger Schottland-Roman: Lewis Grassic Gibbon “Lied vom Abendrot”

Lewis Grassic Gibbon, der bürgerlich James Leslie Mitchell hieß (1901 – 1935), hat sich ganz besonders mit der Hauptfigur Chris so tief in die Herzen seiner Leser eingeschrieben, dass sie “Lied vom Abendrot” bis heute immer wieder zum größten schottischen Roman aller Zeiten wählen. Erzählt wird die Geschichte von Chris Guthrie, die unter ihrem strengen Vater leidet. Sie darf das College besuchen, bis die Mutter stirbt und Chris auf den Hof zurückkehren muss. Nach dem plötzlichen Tod auch des Vaters führt Chris jedoch nicht ihr Studium weiter fort, sondern verschreibt sich ganz dem kleinen elterlichen Anwesen am Fuße der rauen Mearns. Ihr Leben bleibt geprägt vom Konflikt zwischen der “englischen Chris” der Bildung und der “Kinraddier Chris” mit ihrer Liebe zur regionalen Sprache und Landschaft. Das belastet auch die junge Ehe mit dem Landarbeiter Ewan, bis der Ausbruch des Ersten Weltkriegs das Leben der ganzen Gemeinschaft unwiderruflich verändert.

Was “Lied vom Abendrot” neben dieser mitreißenden Geschichte zu einem Ereignis macht, sind die Sprachkraft und vor allem Sprachmelodie Gibbons. Wie ein nie versiegendes, vom Lauf der Jahreszeiten in Gang gehaltenes Lied bringt der Ton der Erzählung Menschen, Natur und Landschaft zum Klingen. Die Welt – mit ihren alltäglichen Mühen und ihrer Sprödigkeit – besitzt eine Schönheit, die nur Lewis Grassic Gibbon einzufangen in der Lage ist. Und Esther Kinsky, die eine deutsche Sprache gefunden hat, die “Lied vom Abendrot” in seinem vielgestaltigen, tiefen Reichtum und seiner Zuneigung zu den Menschen uns deutschen Lesern zugänglich macht.

Zum wundervollen Programm des Guggolz Verlages

 

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Städte mal anders…

Der Mandelbaum Verlag hat diese wundervollen Reiseführer im Programm, die Städte aus einem anderen Blickwinkel, nämlich dem jüdischen zeigen. Wir haben diese und eine ganze Reihe weiterer Bücher aus dem Verlag (siehe Link) derzeit und auch in Zukunft zu Gast.

Ein Beispiel:

Andreas Nachama, Ulrich Eckhardt


Jüdisches Berlin

Mit Fotografien von Elke Nord
Dieser Wegweiser zu den jüdischen Orten in Berlin – mit 400 Fotografien illustriert – lässt jüdische Vergangenheit und Gegenwart in Berlin lebendig werden.
Die hier in 29 Kapiteln beschriebenen Spaziergänge durch die jüdische Berliner Geschichte führen deutlich vor Augen, wie stark die Stadt von jüdischen Traditionen geprägt war und in welchem Maße diese fruchtbare Verbindung zertrümmert worden ist. In nur zwölf Jahren ging zugrunde, was innerhalb von zwei Jahrhunderten als eine europäische Hoffnung entstanden war.
Die erhalten gebliebenen jüdischen Orte mussten dem planerischen Neubeginn weichen, sodass dieser von Verdrängung begleitet war. So entstanden die Un-Orte jüdischen Lebens, die sich nur noch schwer entziffern lassen und der regelmäßig erneuerten Erklärung bedürfen. Die vielen kleinen Geschichten und Begebenheiten, die am jeweiligen authentischen Ort oder Un-Ort im Buch erzählt werden, schaffen mehr Bewusstsein und Gedächtnis als jedes Denkmal oder Mahnmal. Folglich gilt es, viele Denkorte zu schaffen statt großer Denkmäler, die die Erinnerung neutralisieren.
Mit Adressen zum jüdischen Leben und jüdischer Kultur heute.

Zum Verlagsprogramm

 

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“Banker, Bordelle & Bohème” von Klaus Janke, Markus Häfner

Das Frankfurter Bahnhofsviertel, Ende des 19. Jahrhunderts zwischen Altstadt und Centralbahnhof entstanden, hat sich im Laufe von 130 Jahren radikal gewandelt: vom einst mondänen Übernachtungs-, Amüsier- und Einkaufsquartier zum internationalen Pelzhandelszentrum und vor allem zur Basis des Frankfurter Rotlichtmilieus. Heute ist das multikulturelle Bahnhofsviertel mit seiner Gründerzeitbebauung vor allem bei jungen Leuten angesagt.

Das Buch skizziert die wechselvolle Geschichte des Bahnhofsviertels und stellt dabei auch Protagonisten und “Typen” des Viertels vor.
“Banker, Bordelle & Bohème” ist das Begleitbuch zu einer Ausstellung des Instituts für Stadtgeschichte.

Liv: Wulf Dorn “Die Kinder”

Das Buch beginnt mitten in der Geschichte, was mir sehr gut gefallen hat. Der Anfang ist fesselnd und es wird viel Spannung aufgebaut. Daraufhin erfährt man aus der Sicht der Überlebenden, was passiert und wie sie in diese Situation gekommen ist. Ein Psychiater soll daraus ein Gutachten erstellen und den mysteriösen Fall aufklären, wie die Einwohner eines ganzen Dorfes innerhalb einer Nacht unauffindbar verschwinden konnten.

Allgemein wurde das Buch gut geschrieben und es gibt mehrere Anhaltspunkte über die Geschichte verteilt, die einen zum Weiterlesen verleiten. Man wird in gewisser Weise über den Mittelteil des Buches hin gefesselt, aber leider nicht mit enormer Spannung, sondern mit mysteriösen Vorfällen und sprunghaften Ortswechseln, welche sich im Laufe des Lesens noch aufklären.

Doch ist das Buch für mich kein Thriller im klassischen Sinne, da der Anfang dafür nicht genug Spannung liefert und das Ende, welches spannend wird, zu kurz ist. Der Nervenkitzel fehlt. Außerdem finde ich die Bezeichnung “Der neue Meister des psychischen Thrillers” nicht passend, da das Erzählte der Überlebenden keine Halluzination ist, die der Leser mit zu entschlüsseln versuchen kann, sondern auf der unrealistischen Wirklichkeit des Buches basiert. Zudem schneidet die Geschichte auch ein großes Problem auf der Welt an, führt es aber nicht weiter aus oder zeigt, wie man helfen kann.

Zusammenfassend kann ich dieses Buch denjenigen empfehlen, die gerne spannende Bücher lesen, welche aber nicht zu realistisch sein müssen, sondern eher mysteriös bleiben dürfen.

Wir danken Liv für diese Rezension!

 

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hr-iNFO Büchercheck: Serhij Zhadan „Internat“

Der 43 jährige Schriftsteller und Musiker Serhij Zhadan ist eine Größe in der Ukraine. Er kennt aus eigenem Erleben, die Gewalt, die Angst, die Willkür, den täglichen Überlebenskampf, die Entmenschlichung, die täglichen Absurditäten. Aber auch die Kraft, den Überlebenswillen, die Zuversicht und das kulturelle Bewusstsein, an dem sich Menschen im Grauen orientieren und sich so weder selbst noch ihre Menschlichkeit preisgeben. In seinem neuen Roman bringt Zhadan beides zusammen.
hr-iNFO Bücherchecker Frank Statzner hat den Roman gelesen.

Worum geht es?
Pascha ist Ukrainisch-Lehrer, spricht selbst aber russisch. Den Krieg versucht er zu ignorieren. Sein Vater reißt ihn aus dieser Realitätsverweigerung. Pascha soll seinen Neffen aus einem Internat nach Hause holen, das in der Kampfzone liegt. Er muss sich durchschlagen: zerstörte Landschaften, ruinöse Städte, wirre Frontlinien. Zu Fuß, mit Taxis oder Bussen. Er trifft auf panische Flüchtlinge, undurchsichtige Typen, Gewalttäter. Ständig steht er vor der Frage: Freund oder Feind? Die Angst ist der ständige Begleiter. Das Überleben: ein Glücksfall. Zum Beispiel als er seinen Neffen gefunden hat und sie in einem Bus auf dem Weg nach Hause sind. Da werden sie von Soldaten angehalten. Die Situation wird bedrohlich, aber ein junger Soldat, der ihm zunickt, sorgt dafür, dass sie passieren können. „Erst da spürt Pascha, dass er Angst hat. Ein Gefühl klebriger, kalter Angst. Als wäre jemand zu ihm gekommen, hätte seinen Tod aus einem Sack genommen, ihn ihm gezeigt und dann wieder zurückgelegt, in den Sack. Er hat ihn aber schon gesehen. Und weiß, dass man ihn jederzeit und überall wieder hervorholen kann. Woher kennt er ihn bloß, diesen jungen Soldaten? Wer ist das? Wer war das?“
Es war ein früherer Schüler. Glück gehabt. Die beiden kommen schließlich entkräftet aber lebend nach Hause. Der Weg hat sie geprägt. Pascha hat seine Passivität überwunden, übernimmt Verantwortung und Initiative. Der Neffe ist in zwei Tagen erwachsen geworden.

Wie ist es geschrieben?
Zhadan erzählt chronologisch aus einer Beobachter-Perspektive, unterbrochen durch Rückblenden in die Vergangenheit Paschas und durch Einblicke in seine Gedanken- und Traumwelten. Erst zum Ende hin ändert sich die Perspektive. Dann tritt ein Ich-Erzähler auf. Es ist der Neffe. Aus Erzähltem wird Erlebtes, eine Quelle. In einem Krieg, in dem die Wahrheit auf der Strecke blieb, ist das eine Kampfansage der Kunst an die Politik. Und Kunst ist dieses Buch in geradezu atemberaubender Weise. Zhadan findet Bilder für alle Varianten des Leidens, der Hoffnung, der Sehnsucht. Und es gelingt ihm, mit seiner Sprache in der apokalyptischen Handlung Ästhetik und Poesie zu manifestieren. In Handlung und Stil bringt er zusammen, was eigentlich nicht zusammen passt.

Wie gefällt es?
„Internat“ ist ein ganz starkes Buch. Eine packende Handlung mit reflektierendem Tiefgang, geschrieben in einer feinen und zugleich kräftigen Sprache. Für mich ist es das stärkste Buch dieses Halbjahres.

Serhij Zhadan: „Internat“, Suhrkamp Verlag, 22 EUR, ISBN: 978-3518428054

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hr-iNFO Büchercheck: Anne Reinecke „Leinsee“

„Leinsee“ heißt ein neuer Roman aus diesem Frühjahr. Seine Autorin Anne Reinecke wurde 1978 geboren, „Leinsee“ ist ihr Debüt. Ein Grund, mal wieder gespannt zu sein auf eine neue Erzählerstimme.
hr-iNFO Büchercheckerin Sylvia Schwab hat den Roman gelesen.

Worum geht es?
Karl ist Ende zwanzig und ein erfolgreicher Künstler in Berlin. Am Beginn des Romans erfährt er per Telefon, dass sein Vater sich das Leben genommen hat, weil seine Mutter eine sehr schwierige Hirnoperation hatte, die sie möglicherweise nicht überleben wird. Karls Eltern waren das Glamourpaar der deutschen Kunstszene. Sie zelebrierten ihr Künstlertum international, was der Sohn immer lächerlich fand. Als Karl jetzt vom Selbstmord des Vaters erfährt, reist er nach Leinsee am Leinsee, wo seine Eltern in einem Riesenanwesen wohnen, um sich um die Beerdigung und seine frisch operierte Mutter zu kümmern.
„Mara. Als der Anruf gekommen war, war sie ans Telefon gegangen. Sie hatte die Stirn gerunzelt und gesagt: „Ja. Einen Moment.“ Sie hatte ihm den Hörer gereicht und ihn nicht mehr aus den Augen gelassen, die Hand auf der Brust in Ahnungspose, zu allem Überfluss auch noch umleuchtet von der Sonne, die hinter ihr durchs Fenster fiel. Mara Dolorosa.“

Wie ist es geschrieben?
Anne Reinecke versteht es, zwei sehr unterschiedliche Geschichten miteinander auszubalancieren. Da ist der Künstlerroman, der frech und ironisch daherkommt. Eine sehr pointierte Satire auf den Kunstbetrieb, auf die leere Aufgeblasenheit von Künstlern und Galeristen, Rezensenten und Interviewern. Da gibt es Situationen und Typen, die sind echt zum Lachen! Dazu kommt aber noch eine ganz besondere Freundschafts- und Liebesgeschichte, die Anne Reinecke heiter, leicht und sehr liebevoll in Szene setzt. Aber nie kitschig oder sentimental.

Wie gefällt es?
Sehr gut!! Denn Anne Reinecke ist es gelungen, die zarte Freundschaft zwischen Karl und einem kleinen Mädchen – Tanja – so zauberhaft zu entwickeln, dass dieses Thema keinen Moment lang schräg rüberkommt. Es ist eine ganz zarte Begegnung und später Verbindung zwischen dem Kind und dem Mann, und dann eine ganz langsam wachsende Liebe. Anne Reinecke bürstet beide Genres, den Künstlerroman wie die Liebesgeschichte, gegen den Strich. Das ist mutig und originell vom Konzept her und sensibel und spielerisch umgesetzt. Ich habe diesen Roman sehr gerne gelesen!!

Anne Reinecke: „Leinsee“, Diogenes Verlag, 24 EUR, ISBN: 978-3257070149

LeseEule: “Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie” von Rachel Joyce

Mr. Franks Laden in der Unity Street steht für jeden offen, egal ob Arbeiter, Geistlicher oder Otto-normal-Verbraucher, Mr. Frank hat die richtige Platte. Sogar solche Menschen, die selbst nicht wissen, was sie gerade brauchen, finden in dem kleinen Plattenladen ihr Ziel. Mr. Frank selbst ist mit seinem Leben zufrieden. Er lebt für die Musik und sein Geschäft. Allerdings kaufen immer weniger Menschen seine Vinyl-Platten, doch er sieht es nicht ein, auch CDs anzubieten, wie das große Shopping-Center in der Stadt. Gemeinsam mit seinen Freunden aus der Unity Street kämpft er um den Erhalt der kleinen Geschäfte in dieser Straße.

Dazu kommt auch noch die Frau mit der grünen Handtasche. Eines regnerischen Tages, brach sie einfach vor Mr Franks Platten-Geschäft zusammen. Er war vom ersten Blick an fasziniert, nicht nur weil er bei ihr nicht spürte, was er bei anderen spürte. Diese leichte Melodie, die ihm verriet, nach welcher Musik seinem Kunden gerade zumute ist.

Der Roman von Rachel Joyce handelt von Musik, Freundschaft und dem Leben und ist ein wundervolles Buch, um vor den eigenen Problemen zu entfliehen, wenn es im Leben gerade nicht so einfach ist.

Wir danken LeseEule für diese Rezension!

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NABU-Bestimmungsbücher

Der Franckh-Kosmos Verlag hat eine Naturführerreihe in Zusammenarbeit mit dem NABU herausgebracht. Diese eignen sich hervorragend als Begleiter zu Exkursionen in die Natur! Egal ob Sie wandern, eine Radtour planen oder Inline skaten – die Bestimmungsbücher sind zuverlässige Begleiter. Wir haben eine große Auswahl im Laden vorrätig, weitere finden Sie in unserem Onlineshop.

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hr-iNFO Büchercheck: Maile Meloy „Bewahren Sie Ruhe“

„Bewahren Sie Ruhe“ heißt der Thriller der US-Amerikanerin Maile Meloy – die 1972 in Montana geborene Autorin ist schon vielfach für ihre Romane und Kurzgeschichten ausgezeichnet worden. In ihrem neuen Roman verbindet sie einen nervenkitzelnden Entführungsfall mit einer Familien- und Beziehungsgeschichte.
hr-iNFO Büchercheckerin Karin Trappe hat den Krimi gelesen.

Worum geht es?
Liv und Nora sind Cousinen, seit ihrer Kindheit dick befreundet und genießen mit ihren Männern die ersten Tage auf dem luxuriösen Kreuzfahrtschiff. Die Kinder wissen sie gut untergebracht im Kids Club. Sie freunden sich mit einem argentinischen Paar an, das ebenfalls zwei, allerdings ältere Kinder hat. Bei einem Stopp im Regenwald gehen sie erstmals an Land – die Männer wollen golfen, die Frauen und Kinder planen einen Ausflug ins Landesinnere. Doch ihr Auto hat eine Panne. Fremdenführer Pedro improvisiert und führt sie an einen idyllischen Strand an einer Flussmündung. Alle sind zufrieden, die Kinder planschen im Wasser, Nora begibt sich mit Pedro auf die Suche nach einem seltenen Vogel ein Stück in den Wald, und Liv nickt ein. Als sie aufwacht, sind die Kinder weg. Die Flut hat sie auf ihrem Floß aus alten Autoreifen den Fluss hochgetrieben – doch sie sind nirgends zu finden. Als die Polizei Autospuren und eine vergrabene männliche Leiche entdeckt, steigert sich die Angst der Eltern ins Unermessliche.

Wie ist es geschrieben?
„Bewahren Sie Ruhe“ von Maile Meloy ist ein klassischer Thriller: kurze Kapitel, knappe Dialoge, immer wieder neue dramatische Ereignisse: das alles macht das Buch ungeheuer spannend. Dabei wird in abwechselnden Kapiteln von der Suche der Eltern und der Polizei nach den Kindern und aus der Perspektive der entführten Kinder berichtet. Immer im Mittelpunkt der Gedanken der Eltern: Wer hat Schuld daran, dass die Kinder verschwunden sind?
„Liv hatte erzählt, wie der Tourguide so getan hatte, als würde er unter Wasser gezogen. Spätestens da hätte sich Raymond seine Familie geschnappt und wäre abgehauen. Egal, ob man ihm vorgeworfen hätte, keinen Spaß zu verstehen. Egal, ob seine Kinder ihn uncool gefunden hätten. Er wäre mit ihnen zurück zur Straße gelaufen und hätte da auf ein Taxi gewartet.“

Wie gefällt es?
„Bewahren Sie Ruhe“ ist ein klassischer page-turner, ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte, so voller Spannung, so rasant die Geschichte. Besonders stark fand ich auch die Schilderungen über das Innenleben der Ehepaare, die Veränderung in den Beziehungen, die die Angst bei ihnen auslöst. Ähnliches bei den Kindern: es gibt Annäherungen und Sympathien, es gibt ängstliche und schlaue, starke und schwache. Und immer die Frage: werden sie überleben, werden sie gerettet? Und was ist danach? Kann es nach so einem Trauma wieder einen Alltag geben? „Bewahren Sie Ruhe“ von Maile Meloy erzählt eine Geschichte, wie eine Sekunde, ein unachtsamer Moment, eine Kette furchtbarer und tödlicher Folgen nach sich ziehen kann. Ein starkes Buch.

Maile Meloy : „Bewahren Sie Ruhe“, Verlag Kein & Aber, 23 EUR, ISBN: 978-3036957760

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