hr-iNFO Büchercheck: Stewart O’Nan “Westlich des Sunset”

Der US-Autor Stewart ONan hat den Kampf des amerikanischen Schriftstellers F. Scott Fitzgerald gegen den Untergang zum Thema seines Romans „Westlich des Sunset gemacht.

hr-iNFO Bücherchecker Frank Statzner hat das Buch gelesen.

Worum geht es?

Fitzgerald ist finanziell mehr als klamm. Die Krankheit seiner Frau verschlingt Geld, das Studium von Tochter Scottie auch. Er selbst trinkt, hat Herzprobleme. Da seine Stories bei den Zeitschriften nichts mehr abwerfen, seine Romane nicht mehr ankommen, verdingt er sich in Hollywood. Er lebt in einem Hotelappartement. Am Pool trifft er einige der Größen seiner Zeit. Aber das sind nur letzte Früchte des vergangenen Ruhms.

Diesmal war es mehr als ein Stechen. Das Zimmer flimmerte, wurde langsam dunkel. Er verlor den Halt und spürte, wie er stürzte und wild herumfuchtelte, und bevor die Finsternis ihn verschluckte, beteuerte er mit dem letzten hilflosen Gedanken: Aber ich bin noch nicht fertig.

Das ist wohl das Thema dieses Buchs: immer weiter machen, nicht aufgeben, auch wenn das Glück auf immer verloren ist.

Wie ist es geschrieben?

Es ist ein melancholischer Erzählton, den O‘Nan anschlägt.  Andererseits wirkt vieles protokollarisch und distanziert. Dabei gibt es durchaus starke atmosphärische Szenen.

Wie gefällt es?

Wer sich für Schriftsteller interessiert, für Menschen im aussichtslosen Kampf mit sich selbst, für schillerndes Szeneleben oder für Hollywood Ende der dreißiger Jahre, der ist hier richtig.

Stewart ONan: Westlich des Sunset, Rowohlt Verlag, Reinbek, Euro 19,95,

ISBN 9783498050450

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