hr-iNFO Büchercheck: Iain Levison „Gedankenjäger“

„Gedankenjäger“ heißt der Kriminalroman von Iain Levison, und im Mittelpunkt steht ein kleiner, ehrlicher Polizist, der eines Tages merkt, dass er die Gedanken anderer Menschen lesen kann. Daraus entwickelt sich eine spannende Geschichte um einen gescheiterten neuro-wissenschaftlichen Versuch.
hr-iNFO Büchercheckerin Karin Trappe hat den Krimi gelesen.

Worum geht es?
Am Anfang ist Streifenpolizist Jared Snowe ordentlich verwirrt, als er plötzlich die Gedanken anderer Menschen lesen kann. In seinem Beruf bringt ihm das enorme Vorteile. Da erhält er von höchster Regierungsstelle den Auftrag, einen geflohenen Polizistenmörder wiederzufinden und zurück in die Todeszelle zu bringen. Was er nicht weiß: auch dieser Mann, Brooks Denny, ist ein Gedankenleser. Snowe braucht kaum einen halben Tag, um den Mann zu finden. Der Jäger und der Gejagte, beide stehen sich schussbereit gegenüber, doch Polizist Snowe lässt sich von Polizistenmörder Denny überreden, ihn nicht zu verhaften. Denn Denny ist überzeugt, dass sie beide gejagt und umgebracht werden sollen:
„Und dann setzen die dich auf mich an. Warum? Weil sie hoffen, wir werden einander umbringen. Wenn du mich tötest, kann man dich dann später immer noch erledigen. Wenn ich dich töte, ist das auch in Ordnung, weil sie dann herausbekommen, wo ich bin. In jeden Fall sind sie ihrem Ziel um einiges näher, uns beide auszulöschen!“ Snowe schüttelte den Kopf, aber Danny war nicht fertig. Die wollen bloß, dass ich dich für sie erledige, damit die sich nicht mehr darum kümmern müssen.“ Denny lächelte. „Du weißt, dass ich recht habe. Du weißt, dass ich dich deshalb nicht erledigt habe, als ich die Gelegenheit dazu hatte.“
Sie fliehen zusammen und versuchen herauszubekommen, warum sie Gedanken lesen können, welche gemeinsame Vergangenheit sie haben. Dabei werden sie von dieser ominösen, nicht näher bezeichneten Regierungsstelle verfolgt. Nach und nach kommen Snowe und Denny dahinter, dass sie ein wichtiges Militärgeheimnis um einen misslungenen neuro-wissenschaftlichen Versuch aufdecken könnten…

Wie ist es geschrieben?
Gedankenjäger ist ein starkes Buch, ein guter Krimi. Nachvollziehbar beschreibt Iain Levison den Alltag eines Gedankenlesers, der überschwemmt wird mit all den wichtigen, vor allem aber auch unwichtigen Gedanken, die die Menschen so im Kopf haben. Allein diese Idee ist wunderbar verschroben – und die Einbettung in eine Militärgeschichte um Gehirnmanipulationen phantasievoll wie plausibel. Ein kleiner, feiner Kriminalroman auf hohem Niveau.

Wie gefällt es?
„Gedankenjäger“ von Iain Levison ist kein Thriller, der einen umhaut, bei dem man Fingernägel kaut vor Spannung. Dafür aber hatte ich viel Spaß beim Lesen, der subtile Humor hat mir gefallen, die warmherzige Personenzeichnung und das Geheimnis um diese Regierungsstelle, die den Lauf dieser Geschichte diktiert. Ein Krimi, der gut und angenehm spannend unterhält.

Iain Levison: Gedankenjäger, Deuticke-Verlag, 19 EUR, ISBN: 9783552063280

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