Rezensionen

Rezension: Antonia Michaelis “Die Attentäter”

Endlich ein neues Buch von meiner Lieblingsautorin! Und ich muss sagen, es hat sich wieder einmal sehr gelohnt. War doch die Sorge im Hinterkopf, ob man unbedingt auf den Zug der Aktualität aufspringen muss …

Drei ganz unterschiedliche Kinder werden zusammen groß. Alain, ein künstlerisch begabter Junge, Cliff, der schon immer ein Hang zum Dunklen hat und Margarete, die Bodenständige, die ein Anker zwischen den Beiden ist.

Ihre Geschichte steht im Mittelpunkt des Buches, begleitet durch aktuelle Vorkommnisse, wie z.B. das Attentat von Paris. Cliffs Zerrissenheit wird gut geschildert, erst die Zugehörigkeit zur rechten Szene, dann konvertiert er zum Islam und gerät in die Fänge des IS. Als er wieder in Berlin auftaucht soll er für den IS einen »Tag des Blutes« planen. Alain möchte seinen Freund retten, doch wie lange geht das gut?

Sprachlich sehr hochklassig, mit vielen Erzählperspektiven, als Jugendbuch ab 16 Jahren deklariert und durchaus auch für Erwachsene gut zu lesen.

Eine klare Leseempfehlung!

Wir danken Frau Weber für diese Rezension.

Jetzt bestellen

Rezension: Alex Gino “George”

Ich hatte mir bisher nie intensive Gedanken darüber gemacht, wie sich wohl jemand fühlen muss, der sich in einem Körper mit dem “falschen” Geschlecht gefangen fühlt. Jetzt hat Alex Gino mich mit seinem Buch “George” so sehr emotional gepackt und in dieses Thema gezogen, dass ich wohl sagen kann, ich habe mit der Hauptperson mitgelitten und Verständnis entwickelt. Der Autor lässt George aus seiner Perspektive erzählen. Das Buch ist ab 10 Jahren empfohlen, und ich denke, als Eltern sollte man ein Gefühl dafür haben, ob sich das eigene Kind schon mit einem solchen Thema auseinandersetzen kann. Wie es sich anfühlt, wenn man ausgegrenzt wird, wissen viele Kinder in dem Alter schon. Wenn man aber ein Geheimnis in sich trägt, dass man nicht mal der eigenen Mutter, dem Bruder oder der besten Freundin anvertrauen kann, ist das hart.

George ist 10 Jahre alt und muss ihre Mädchenzeitschriften vor ihrer Mutter verstecken. Sie würde gern vieles ausprobieren, aber – sie ist als Junge auf die Welt gekommen. Also versteckt sie ihre Neigungen, bis sie sich bei einem Theaterstück nichts sehnlicher wünscht, als eine bestimmte Frauenrolle zu spielen. Der innere Konflikt und die Heimlichkeiten zerreißen sie immer mehr, und sie will endlich zeigen, dass sie ein Mädchen ist. Aber die Lehrerin hält ihr Vorsprechen für einen schlechten Scherz…

In diesem Buch werden die Gefühle sehr greifbar und intensiv vermittelt. Das erzeugt Verständnis und bewirkt hoffentlich auch mehr Toleranz dafür, dass nicht jeder Mensch gleich sein muss.

Wir danken Sonja Hennig für diese Rezension!

 

Helina De: Isabel Abedi “Die längste Nacht”

Vita entdeckt eines Tages ein Manuskript, das ihren Vater sehr aufzuwühlen scheint, sie jedoch keine Ahnung hat, was der Grund hierfür sein kann. Als Vita ein paar Monate später mit ihren Freunden eine Europa-Tour startet, beschließen sie, sich an den Ort zu begeben, an dem die Handlung des Manuskripts spielt: Viagello. Hier trifft Vita nicht nur den charismatischen Seiltänzer Luca, zu dem sie eine tiefe Verbundenheit spürt, sondern stößt auch auf die dunkelsten Geheimnisse ihrer Familie.

Isabel Abedi schafft es mit ihren Worten solch ein Fernweh auszulösen, dass man am liebsten den nächsten Bus nach Italien nehmen möchte. Die Charaktere sind sehr authenisch und alles andere als perfekt, was auch den Charme der Geschichte ausmacht.

Alles in allem ist es ein tolles Buch für den Sommer und überzeugt mit seiner starken Handlung, auch wenn es sich an manchen Stallen etwas gezogen hat.

Wir danken Helina De für diese Rezension!

Jetzt bestellen

Rezension: Klüpfel/Kobr “In der ersten Reihe sieht man Meer”

Ich muss zugeben, mit Hörbüchern tue ich mich immer etwas schwer, meist ermüden mich die Stimmen, reißen mich nicht so wirklich mit.

Diesmal habe ich mir aber Klüpfel/Kobrs „In der ersten Reihe sieht man Meer“, eingelesen von Bastian Pastewka, mit in den Urlaub an die Adria (ganz passend zum Thema) genommen.

Vom Sand paniert, in der Sonne schwitzend war es ein Hochgenuss, der vielfältigen Stimme von Pastewka zu lauschen.

Der Protagonist Alexander Klein, Werbefachmann im besten Alter, stößt bei den Urlaubsvorbereitungen auf alte Familienalben. Bei einem Glas Rotwein wird er ganz sentimental und nickt darüber ein. Er erwacht und ist nun in seine Jugend zurückversetzt und schon auf dem Weg in den Familienurlaub an die Adria. Eingepfercht im Auto mit Oma und Schwester und dem Rest des Kühlschranks nimmt die Reise seinen Lauf …

Herrlich nostalgisch, erkennt man sich in seiner eigenen Kindheit wieder. Eine absolute Hörempfehlung!

Wir danken Kerstin Weber für diese Rezension!

Rezension: Estelle Laure “Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance”

“Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance” heißt der Roman von Estelle Laure, in dem die 17-jährige Lucille die Hauptperson ist. Lu hat es wirklich schwer. Ihr Vater hat nach einem Zusammenbruch die Familie verlassen. Seitdem war ihre Mutter nicht mehr dieselbe. Eigentlich wollte Lu’s Mutter nur 14 Tage Urlaub machen, bis die Schule wieder anfängt. Aber nun steht Lu mit ihrer kleinen Schwester Wren alleine da. Ihre Mutter hat zwar etwas Geld geschickt, aber es reicht nicht. Wren ist erst in der vierten Klasse. Außer Lus bester Freundin Eden weiß niemand bescheid. Alles soll weiterlaufen wie normal, damit Wren nicht von Lu getrennt wird.  
Edens Bruder Digby ahnt sehr schnell die Wahrheit, und auch Shane, die Schwester von Wrens Freundin Melanie, bekommt mit, was los ist. Shane besorgt Lu dann einen Job als Bedienung. Also muss Lu arbeiten, ihre Schwester versorgen, sich um den Haushalt kümmern und selbst in der Schule zurechtkommen. Eden und Digby helfen ihr, aber es fällt Lu schwer, Digbys Hilfe anzunehmen. Sie ist unglücklich verliebt in ihn, aber er ist in einer festen Beziehung mit Zukunftsplänen. Seine Nähe macht Lu verrückt. 
 Als ob nicht alles schon kompliziert genug ist, passieren einige andere Dinge. Irgendwer kommt heimlich in die Wohnung und putzt oder bringt Lebensmittel – wer ist das? Dann verkracht sich Lu mit Eden, Digby kommt Lu zu nahe für jemanden in einer festen Beziehung, und Wren hat Probleme in der Schule. Wie lange kann das noch gut gehen? Und wie lange kann Lu das alles aushalten?
 Diese Geschichte ist sehr berührend geschrieben. Mich hat sie voll gepackt. Ich habe die ganze Zeit mit Lu mitgefiebert und gezittert. Daher finde ich das Buch absolut lesenswert und kann es nur empfehlen.

Wir danken Sonja Hennig für diese Rezension!

Jetzt bestellen

LeseEules Rezension: Amie Kaufmann/Meagan Spooner “These Broken Stars. Lilac und Tarver”

Der Roman von Amie Kaufman und Meagan Spooner spielt in der Zukunft. Hier bevölkern Menschen nicht mehr nur die Erde, sondern erobern fremde Planeten und Sonnensysteme.

Lilac LaRoux ist das reichste Mädchen des Universums und befindet sich mit fünfzigtausend anderen Passagieren auf der Icarus, dem größten und sichersten Schiff für Reisen durch den Hyperspace. Trotzdem stürzt das riesige Schiff unvorhergesehen trotzdem ab.

Gemeinsam mit Tarver Mendersen, einem gefeierten Kriegshelden, dem sie kurz zuvor noch eiskalt abgewiesen hat, muss Lilac sich nun auf einem völlig fremden und anscheinend unbewohnten Planeten zurecht finden und vorallem, überleben.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl ich normalerweise keine Science Fiction Romane lese.

Ich konnte mich gut in die Geschichte einfühlen, was vielleicht auch daran lag, dass die Kapitel abwechselnd aus Lilacs und Tarvers Sichtweise erzählt werden.

Das Buch ist eine Mischung aus Science Fiction und Liebesroman. Wer also mal etwas Neues ausprobieren möchte, für den ist ,,These Broken Stars” genau das Richtige.

Jetzt bestellen

 

#carlsen

GESCHICHTENWOLKE: Urlaubsbücher für Familien und Kinder

Sommerzeit = Urlaubszeit – gilt dieses Motto auch bei euch? Fahrt ihr gemeinsam mit Kindern in den Urlaub? Dann ist vielleicht diese kleine Übersicht (welche nur auf diesem Blog bereits vorgestellte Bücher umfasst) an informativer Urlaubslektüre für euch interessant. Durch einen Klick auf den Buchtitel gelangt ihr zu der jeweiligen Buchvorstellung.

Zu einigen Städten, Inseln und Ländern gibt es (im Stil völlig unterschiedliche) Wimmelbücher, in denen man so wohl viel entdecken, aber auch einiges erfahren kann.

Zur Blogseite von Geschichtenwolke

Zur Bestellseite

Leseeule: Colleen Hoover “Maybe Someday”

In dem Roman von Colleen Hoover geht es um Sydney, die aufeinmal, von ihrem Freund und ihrer besten Freundin betrogen, auf der Straße sitzt. 

Zum Glück gibt es Ridge, ihren Nachbarn, dem sie auch schon früher beim Gitarre spielen zugehört hat. Dieser bietet ihr an, mit in seine WG zu ziehen. 

Schnell merken beide, dass sich hinter ihrer Beziehung mehr als Freundschaft verbirgt. Problematisch ist allerdings, dass Ridge eine Freundin hat, für die er bis zum Ende der Welt gehen würde.

Mir hat das Buch gefallen, weil ich mich gut in die Situation hinein versetzen konnte und so gefesselt war, dass ich das Buch in einem Rutsch verschlungen habe.

Ich finde es sehr schön, dass man sich die Songs, die Ridge im Laufe des Romans komponiert, auch in Wirklichkeit anhören kann.

Ich empfehle das Buch jedem, der komplizierte Liebesromane mag und für dem ein ,,Maybe Someday” irgendwann vielleicht nicht genug ist.

Wir danken LESEEULE für diese Rezension!

BESTELLEN

Leseeule bespricht: Cassandra Clare “Lady Midnight”

Die Geschichte des Romans von Cassandra Clare spielt 5 Jahre nach den Ereignissen von ,,Chroniken der Unterwelt”. Dieses Mal geht es um Emma Carstairs und ihren Parabatai Julien Blackthorn. Beide leben im Institut von Los Angeles.

Emma hat nie geglaubt, dass die Erdunkelten unter der Führung von Sebastian Morgenstern etwas mit dem Tod ihrer Eltern zu tun haben. Nach dem einige Leichen auftauchen, die auf ähnliche Weise behandelt wurden wie ihre Eltern, erhärtet sich ihr Verdacht.

Gemeinsam mit Julien und den anderen Bewohnern des Instituts versucht sie, mehr über die rätselhaften Runen

auf der Haut der Toten heraus zu finden. Um an Antworten zukommen, schreckt sie sogar nicht vor einem äußert fragwürdigem Handel zurück…

Mir hat das Buch gut gefallen, weil ich die ganze Reihe der ,,Chroniken der Unterwelt” sehr mag. Allerdings muss man, um ,,Lady Midnight” zu verstehen, nicht ,,Die Chroniken der Unterwelt” gelesen haben, weil es eine eigenständige Geschichte mit neuen Charakteren ist und man alle wichtigen Hintergrundinformationen im Roman erfährt. 

Also: wer auf  Bücher mit viel Action, Fantasy und Gefühlschaos steht, und dem auch schon ,,Die Chroniken der Unterwelt” gefallen haben, für den ist ,,Lady Midnight” genau das richtige.

Wir danken Leseeule für diese Besprechung!

Rezension: Viola Shipman “Für immer in deinem Herzen”

Viola Shipman hat mit “Für immer in deinem Herzen” ein ganz besonderes Schätzchen geschaffen. Dieses Buch hat einige Lebensweisheiten in sich. Die Familiengeschichte von drei Frauen aus drei Generationen ist sehr berührend und sensibel geschrieben. Lolly hat von ihrer Mutter ein sogenanntes Bettelarmband bekommen. Die verschiedenen Anhänger stehen für unterschiedliche Geschichten, die in ihrem Leben besondere Bedeutung hatten und immer noch haben. Auch ihrer Tochter Arden und ihrer Enkelin Lauren hat Lolly solche Armbänder geschenkt, um mit ihnen ihren großen Schatz zu teilen. Aber Arden trägt ihr Armband nie, sie distanziert sich von der lebenslustigen unkonventionellen Mutter, und schreibt im Hintergrund für eine sehr glamouröse Zeitung. Dabei ist Arden selbst eine  graue Maus in dieser bunten Glitzerwelt der Stars und Sternchen. Lauren liebt ihr Armband. Sie ist eine begabte Malerin, aber sie will ihr Studium in einem “sicheren” Fach machen, weil sie mitbekommen hat, dass ihre alleinerziehende Mutter sehr kämpft, um das Studium bezahlen zu können. So kann sie später ihrer Mutter helfen, die Schulden für die Studienzeit zurückzuzahlen.

 

Diesen Sommer besuchen Arden und Lauren Lolly nach längerer Zeit zum ersten Mal wieder. Sie wollen gar nicht so lange bleiben, aber sie entdecken, dass Lolly die Anfänge einer Demenzerkrankung hat. Arden und Lauren wollen für Lolly ihr Leben so einrichten, dass sie weiter in ihrer geliebten Hütte wohnen kann, und Lolly will mit ihnen ihre Erinnerungen und die “Magie” ihrer Anhänger teilen, solange sie sich selbst noch erinnern kann. Aus den Geschichten der Vergangenheit lernen Arden und Lauren, für die Wendepunkte in ihrem jetzigen Leben offen zu sein. Was als einfacher Besuch beginnt, krempelt das Leben von drei Frauen um.

 

Dieses Buch ist wirklich zauberhaft geschrieben und hat eine eigene Magie. Manches kommt ans Licht, was die Beziehungen zwischen diesen drei Frauen enger und intensiver macht. Es ist schon wahr, dass man manchmal aus der Vergangenheit lernen und Kraft schöpfen kann. Auch die Beschreibung dieser drei unterschiedlichen Charaktere ist sehr gelungen. Mir hat es viel gegeben, dass ich dieses Buch gelesen habe. Daher möchte ich es auch anderen Lesern und Leserinnen ans Herz legen.

Wir danken Sonja Hennig für diese Rezension!