ASTROLIBRIUM: Sei Shonagon „Kopfkissenbuch“

Lebensweisheiten gehen hier Hand in Hand mit Anekdoten und Geschichten vom Hof, die unter keinen Umständen verbreitet werden durften. Es ist das Feinleinen-Wikileaks einer hochgestellten Hofdame. Jede Seite ist voller Magie, jeder Satz so exotisch wie eine Lotusblüte und jeder Gedanke ist so flüchtig, dass wir ihn zu unserem Gedanken machen wollen. Man kann dieses Poesiealbum an jeder beliebigen Stelle aufschlagen und sich einfach tief fallen lassen. Eigene Gefühle überlagern sofort das Gelesene und schon wandelt man mit einer guten Freundin durch die reichen Gärten des Palastes.

Was mein Herz anrührt… (Sei Shōnagon) 

  • Spatzen, die ihre Jungen aufziehen.
  • Wenn ich an spielenden Kleinkindern vorbeigehe.
  • Wenn ich Räucherwerk entzünde, das angenehm duftet, und mich dann alleine zur Ruhe lege.
  • Wenn ich mich in einem Spiegel chinesischer Machart betrachte, der ein wenig Patina angesetzt hat.
  • Ein stattlicher junger Herr von Stand, der seinen Wagen vor dem Tor halten und durch einen Bediensteten seinen Besuch anmelden oder nach etwas fragen lässt.
  • Ich wasche mir die Haare, schminke mich sorgfältig und lege wunderbar duftende Gewänder an. Auch ohne dass mich irgendjemand sieht, bin ich dann, nur für mich allein, im Herzen vollkommen glücklich.
  • In Nächten, in denen mein Liebster zu mir kommen soll, bereitet mir schon das Rauschen des Regens Herzklopfen, oder der Wind, der am Dach rüttelt.

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