ASTROLIBRIUM: Paulo Coelho “Die Spionin”

Paulo Coelho betont, dass der Roman an der wahren Geschichte orientiert ist. Es handelt sich vor dem Hintergrund seiner freien Erfindungsgabe nicht um eine Biografie. Dazu sind seine Dialoge und die Charakterisierung seiner Protagonistin zu sehr an den Gefühlen festgemacht, die sie für seine Leser erst greifbar machen. Coelho gelingt es, eine geheimnisvolle Frau zu entmystifizieren. Das schadet ihrem Andenken nicht. Sein Roman wird ihr gerechter, als so manche biografisch angehauchte Anwandlung, die für die zeitlose und dauerhafte Vergewaltigung einer Frau steht, die sich selbst investierte, um ihre Freiheit zu finden.

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Ein ungewöhnlicher Roman. Ein spannender und psychologischer Roman und ein faszinierendes Sittenbild eines hochtechnisierten Patriarchats, in dem Frauen nur einen Wert hatten, wenn man sich mit ihnen hemmungslos vergnügen konnte. Mata Hari hatte dieser Gesellschaft den Spiegel vorgehalten und dadurch vielleicht mehr bewirkt, als es auf den ersten Blick scheint. Die egozentrische Tänzerin allerdings zur Vorreiterin einer modernen Frauenbewegung zu erheben ist schon aufgrund der Begrifflichkeit ein mehr als sarkastischer Denkansatz. Coelho trifft es auf den Punkt, wenn er sagt:

„Sie war eine der ersten Frauen des 20. Jahrhunderts,
die von Männern des 19. Jahrhunderts hingerichtet wurde.“

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