ASTROLIBRIUM: Dietmar Gnedt “Der Nachlass Domenico Minettis”

Dietmar Gnedt braucht keine tausend Seiten um die Wucht von Ernst Jünger zu erreichen. Er braucht keine tausend Seiten, um eine Liebesgeschichte zu schreiben, die alle Zeiten überdauert. Er braucht keine tausend Seiten, um die Grenzen zwischen Rosa und Karl verschwinden zu lassen. Nein. Er braucht kaum zweihundert Seiten, um uns diese tief angelegte Geschichte zu erzählen. Und dabei lässt er keine Fragen offen, bietet seinen Lesern Raum für eigene Bilder und entwickelt ein Panoramabild, das von Seite zu Seite an Schärfe gewinnt.

Romantisch, brutal, verzweifelt, verspielt, verliebt und entsetzt. Hoffend, bangend und tobend. Schluchzend, lachend und staunend. Angeekelt, verletzt und euphorisch. All diese Stimmungsbilder habe ich auf diesen Seiten gefühlt. Ein Roman, der bis ins letzte Detail „funktioniert“. Seine Botschaft ist mehr als gewaltig und mündet in das einleitende Zitat dieser Rezension:

„Gibt es ein Band zwischen den Zeiten?“

Die klare Antwort lautet JA! Dietmar Gnedt erlaubt uns, dieses Band zu berühren, da er es greifbar macht. Er ermöglicht uns, auch jenseits des Romans nach den Bändern zu suchen, die unsere Vorfahren geknüpft haben. Der Nachlass Domenico Minettis ist der Nachlass aller verlorenen Generationen. Dietmar Gnedt gelingt, was ich vorher (auch angesichts des Umfangs seines Romans) nicht glauben wollte:

Meine persönliche Überraschung 2016. Ein großer Roman!

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