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NABU-Bestimmungsbücher

Der Franckh-Kosmos Verlag hat eine Naturführerreihe in Zusammenarbeit mit dem NABU herausgebracht. Diese eignen sich hervorragend als Begleiter zu Exkursionen in die Natur! Egal ob Sie wandern, eine Radtour planen oder Inline skaten – die Bestimmungsbücher sind zuverlässige Begleiter. Wir haben eine große Auswahl im Laden vorrätig, weitere finden Sie in unserem Onlineshop.

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Zu den Naturführern im Shop

Warum wir Klima nicht fühlen können und Wolken so viel wiegen wie eine Herde Elefanten #allewetter #thomasranft #timstaeger #verlagshausroemerweg #buchhandlung_calliebe #bookdog #grossgerau

hr-iNFO Büchercheck: David Szalay „Was ein Mann ist“

In Großbritannien hat es das Buch bis auf die Shortlist des renommierten Man Booker Preises gebracht. Man darf also ein paar Einsichten in das Wesen des Mannes erwarten.
hr-iNFO Bücherchecker Frank Statzner hat den Roman gelesen.

Worum geht es?
David Szalay lässt in seinem Buch – Kapitel für Kapitel – neun Männer auftreten. Vom jungen Erwachsenen bis zum Rentner am Ende seiner besten Tage, vom Billigtouristen bis zum gescheiterten millionenschweren Unternehmer auf seiner Luxusyacht, vom Bodyguard einer Edelprostituierten bis zum ehrgeizgetriebenen und skrupellosen Boulevard-Journalisten. Gemeinsam ist ihnen ihre europäische Herkunft. Und alle sehen wir in einer mehr oder weniger weichenstellenden Situation ihres Lebens, an verschiedenen Schauplätzen im Europa unserer Zeit. Sie versuchen Männerbilder zu leben, aber das gelingt, wenn überhaupt, nur zeitweise. Sie wollen zum Beispiel Frauen aufgabeln und landen in jämmerlichen Bettgeschichten. Sie wollen eine Frau erobern und trauen sich nicht. Sie suchen den Wettbewerb, sind Meister ihres Fachs, aber oft auch einfach Opfer ihrer Ängste. Zum Beispiel James, ein Londoner Immobilienmakler, der in den französischen Alpen nullachtfünzehn-Appartements als Luxusobjekte verkaufen soll und von einem Big Deal träumt.
“Während der letzten ein oder zwei Jahre überkam ihn immer wieder das bis dahin ungekannte Gefühl, den ganzen, bis zum Lebensende vor ihm liegenden Weg absehen zu können – schon zu wissen, was noch geschähe, und alles wäre absolut vorhersehbar und absolut banal. Das hatte er im Sinn gehabt, als er mit Paulette über das Schicksal diskutiert hatte. Die ist eine Chance, und wie viele Chancen, diesem Schicksal zu entrinnen, würde er noch bekommen?”

Wie ist es geschrieben?
Man könnte trefflich darüber streiten, ob dieses Buch tatsächlich ein Roman ist oder eine Sammlung von neun Kurzgeschichten. Keine der Figuren taucht in einer anderen Geschichte wieder auf. Nur einmal deutet sich eine Verwandtschaft von zwei Personen in unterschiedlichen Kapiteln an. Andererseits entsteht erst durch die Gesamtsicht auf die neun Personen ein Gesamtbild. Sozusagen ein Mann-Mosaik. Verbindend ist allemal der sparsame und doch sehr genau beschreibende Stil Szalays. Und sein feiner Humor, der immer wieder durchscheint. So entsteht aus den Bildern und der Handlung die Grundstimmung des Buchs, der Blues.

Wie gefällt es?
Ich fand es faszinierend, wie Szalay mich beim Lesen von Kapitel zu Kapitel immer tiefer in sein Buch herein gezogen hat. Die Personen erschienen mir wie nackt, als ob sie sich offenbaren müssten, ihre Fassade öffnen müssten, so dass man ihnen wirklich auf den Grund blicken kann. Man findet in diesem Buch keinen einzigen bewertenden Satz. Das findet nur im Kopf des Lesers statt.

David Szalay: “Was ein Mann ist“. Hanser Verlag. 24,00 Euro.

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REGIONALES: Charly Weller “Totenwind” Der vierte Fall für Kommissar Worschtfett

Kalt weht der Wind im Vogelsberg …
Ein Auto im Graben einer abgelegenen Landstraße im Vogelsberg. Im Kofferraum die Leichen eines Ehepaars mit aufgeschlitzten Pulsadern. Selbstmord oder Verbrechen?
Und was hat es mit der abgetrennten Fingerkuppe auf sich, die am Vorabend auf der Polizeiwache abgegeben wurde?
Diesen und einer Reihe weiterer Fragen müssen Kommissar Roman Worstedt und seine Kollegin Regina Maritz nachgehen, um mit ihren Ermittlungen schließlich in Namibia zu landen. Denn die Hintergründe des Falls reichen zurück bis in die Kolonialzeit.

hr-iNFO Büchercheck: Julia Wolf „Walter Nowak bleibt liegen“

Walter Nowak geht es dreckig. 68 Jahre ist er, hält sich für topfit und schwimmt jeden Tag tausend Meter. Aber jetzt liegt er nackt auf dem Boden seines Badezimmers, ist mehr oder weniger orientierungslos, weiß nicht, was ihm passiert ist. In seinem Kopf zucken die Gedanken wild durcheinander. Wie ein ungeschnittener Film spult das Hirn sein Leben ab.
hr-iNFO Bücherchecker Frank Statzner hat den Roman gelesen.

Worum geht es?
Walter Nowak ist ein Selfmade-Man. Vaterlos wächst er auf. Der Vater, ein GI, ist weg. Im Ort, Friedberg ist erkennbar, wird er als Bastard beschimpft. Ein verletzliches Kind. Walter hängt an der Mutter. Er heiratet, hat einen Sohn, verlässt die Familie für eine jüngere Frau, die ihn sexuell anzieht. Er steht auf Pferdeschwanz. Er baut aus dem Nichts ein Unternehmen auf und verliert es irgendwann wieder. Auch den Sohn verliert er, weil es ihm nicht gelingt, einen positiven Kontakt, eine Beziehung zu dem Kind auf zu bauen. Stattdessen orientiert er sich an tradierten Männlichkeitsidealen und Leistungsparolen, spielt den Patriarchen, gockelt rum, macht sich lächerlich. Aber das erkennt er nicht. Erst zum Schluss, als er – peinlich, peinlich – hilflos und nackt neben der russischen Putzfrau am Boden seines Bades liegt, dämmert ihm, dass sein Leben gescheitert ist, dass der Knock out das Ende einer Krisenspirale markiert.

Wie ist es geschrieben?
Julia Wolf inszeniert Walter Nowaks Leben auf knapp 160 Seiten als Gedankenstrom. Sein Hirn denkt und erinnert was und wie es will. Zeitebenen schieben sich ineinander, Inhalte brechen ab um irgendwann später wieder auf zu tauchen. Gedankensplitter. Sogar die Sätze bleiben manchmal unvollendet. Man muss assoziieren, wie sie weiter gehen könnten. Und schon schiebt sich eine neue Erinnerung oder Überlegung über das gerade Gelesene. So folgen wir Walter Nowak zum Beispiel auf einer halben Seite zunächst ins kalte Schwimmbad, dann zu seiner Frau, weiter zu seiner Urologin und enden schließlich bei der Putzfrau.
„Erst die Pflicht, dann das. Hin und zurück sind es fünfzig, zehn mal fünfzig, das sind fünfhundert, mal zwei, das ist doch, ordentlich. Da soll noch mal einer. Hören Sie mal, Frau Doktor, Frau wie auch immer Sie heißen, ich schwimme jeden Morgen tausend Meter, das ist ein Kilometer, für Sie, zum Mitschreiben. Jeden Morgen. Dieser Ausdruck in Yvonnes Gesicht. Sie muss zugeben, das ist ordentlich, das ist nicht von schlechten. Da können sie sagen, was sie wollen, komme wer wolle uns sagt, wer wolle, sagt was, wolle komme, sage, was?“

Wie gefällt es?
Es fällt nicht immer leicht, diesem irrlichternden Gedankenschwall zu folgen. Aber ich habe mich drauf eingelassen und dann funktioniert es nicht nur, es macht sogar Spaß. Denn dahinter steckt ein virtuoser Umgang mit Sprache. Julia Wolf hat es drauf. Die beschädigte Sprache ist der adäquate Ausdruck für das geschädigte Gehirn und den beschädigten Menschen. So wird der Unsympath im Lauf der Geschichte zu einer bemitleidenswerten Figur.

Julia Wolf: „Walter Nowak bleibt liegen“, Frankfurter Verlagsanstalt, 21 EUR, ISBN: 9783627002336