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LeseEule: Sebastian Fitzek “AchtNacht”

In Sebastian Fitzek’s neustem Thriller wird ein Alptraum zur Realität: ein Unbekannter ruft zur Todeslotterie auf. Jeder kann nominieren und jeder kann nominiert werden. Das Ziel: in der AchtNacht den ausgelosten ,,Gewinner” zur Strecke zu bringen. Als Belohnung winken 10.000.000€. Und angeblich ist das Töten dieses Menschen in dieser Nacht sogar legal und wird nicht geahndet. Benjamin Rühmann hat bis kurz vor Anbruch der AchtNacht keine Ahnung was los ist. Seine Tochter Jule, die nach einem Autounfall beide Beine verloren hat, wollte angeblich Selbstmord begehen. Er ist sich jedoch sicher, dass sie selbst nichts damit zu tun haben kann. Nun muss er auch noch versuchen die AchtNacht zu überleben. Denn wenn 10 Millionen € auf jemanden ausgesetzt sind, kann man nie wissen, wem man noch trauen kann und wem nicht…

Bei mir hat das Buch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich konnte mich teilweise gar nicht mehr davon los reißen,  so sehr hat mich die Geschichte gefesselt. Ich empfehle das Buch jedem, dem die anderen Bücher von Fitzek auch schon so gut gefallen haben und mal wieder Lust auf einen Thriller mit Gänsehautgrantie hat.

Wir danken LeseEule für diese Empfehlung!

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hr-iNFO Büchercheck: Doris Knecht „Alles über Beziehungen“

„Alles über Beziehungen“, dieser Titel klingt nach einem Sachbuch oder nach einem Beziehungs-Ratgeber. Das ist möglicherweise so beabsichtigt, aber führt uns auf eine völlig falsche Fährte: „Alles über Beziehungen“ ist der vierte Roman von Doris Knecht.
hr-iNFO Büchercheckerin Sylvia Schwab hat den Roman gelesen.

Worum geht es?
Viktor heißt der Protagonist, er ist Regisseur und wird demnächst 50. Ein relativ unscheinbarer Durchschnittstyp voller Minderwertigkeitskomplexe, die er mit Arroganz kompensiert. Viktor ist umgeben von einer Traube von Frauen: eine Ehefrau und zwei Ex-Frauen. Fünf Töchter aus drei Ehen. Schauspielerinnen, Mitarbeiterinnen, Frauen, die ihn bewundern oder vielleicht auch nur ausnutzen. Weil Viktor sich oft so schwach und klein fühlt, lässt er sich von ein paar Geliebten trösten. Und damit er sich nicht allzu mies vorkommt, stilisiert er sich vom Täter zum Opfer: Ein Therapeut bescheinigt ihm auf dringende Anfrage hin eine Sexsucht.
„Es ging Viktor nun mal besser, wenn Viktor auch noch mit anderen Frauen schlief, weil Viktor, das musste er sich selbst mitunter eingestehen, ein bisschen ein Narzisst war, weil er sich und seine leider nicht offensichtliche, aber wenig bestreitbare Groß- und Einzigartigkeit gerne gespiegelt sah in den Augen von Frauen, bei denen er sich noch nicht abgenutzt hatte. .. Und weil er eben hypersexuell war.“

Wie ist es geschrieben?
Witzig und sehr pointiert! Weil Doris Knecht eine intelligente Erzählerin ist, die nicht oder kaum übertreibt nicht, sondern dosiert. Sie führt Viktors Sexsucht z.B. ad absurdum, indem sie diese fast ernst zu nehmen scheint und nur durch die eine oder andere flapsige Bemerkung entlarvt. Dazu kommen eine Menge komischer Dialoge und Analysen von komplizierten emotionalen Gemengelagen. Viktor will sich z.B. an keine Geliebte binden, trennt sich sofort, wenn Ansprüche angemeldet werden. Ist aber umgekehrt total beleidigt, wenn eine Frau Schluss mit ihm macht. Er selbst ist einfach zu schwach – oder besser: zu kindlich-genusssüchtig – um klar Schiff zu machen.

Wie gefällt es?
Ich habe mich bestens amüsiert. Doris Knecht schreibt scharfsinnig, scharfsichtig, spannend und schlau. Wobei die Komik auch gebrochen wird, weil es einen ernsten Erzählfaden gibt. Magda nämlich, Viktors Frau, erfährt ja, dass er sie seit Jahren permanent betrügt. Für Magda stürzt in diesem Moment ihr ganzes Leben ein. Aber sie wächst über sich hinaus, während Viktor in seiner Egozentrik stecken bleibt. Ein bisschen böse ist dieser Roman, und sehr unterhaltend. Nicht nur für Frauen!!

Doris Knecht: „Alles über Beziehungen“, Rowohlt Verlag, 22,95 EUR, ISBN: 9783871341687

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hr-iNFO Büchercheck: Julia Wolf „Walter Nowak bleibt liegen“

Walter Nowak geht es dreckig. 68 Jahre ist er, hält sich für topfit und schwimmt jeden Tag tausend Meter. Aber jetzt liegt er nackt auf dem Boden seines Badezimmers, ist mehr oder weniger orientierungslos, weiß nicht, was ihm passiert ist. In seinem Kopf zucken die Gedanken wild durcheinander. Wie ein ungeschnittener Film spult das Hirn sein Leben ab.
hr-iNFO Bücherchecker Frank Statzner hat den Roman gelesen.

Worum geht es?
Walter Nowak ist ein Selfmade-Man. Vaterlos wächst er auf. Der Vater, ein GI, ist weg. Im Ort, Friedberg ist erkennbar, wird er als Bastard beschimpft. Ein verletzliches Kind. Walter hängt an der Mutter. Er heiratet, hat einen Sohn, verlässt die Familie für eine jüngere Frau, die ihn sexuell anzieht. Er steht auf Pferdeschwanz. Er baut aus dem Nichts ein Unternehmen auf und verliert es irgendwann wieder. Auch den Sohn verliert er, weil es ihm nicht gelingt, einen positiven Kontakt, eine Beziehung zu dem Kind auf zu bauen. Stattdessen orientiert er sich an tradierten Männlichkeitsidealen und Leistungsparolen, spielt den Patriarchen, gockelt rum, macht sich lächerlich. Aber das erkennt er nicht. Erst zum Schluss, als er – peinlich, peinlich – hilflos und nackt neben der russischen Putzfrau am Boden seines Bades liegt, dämmert ihm, dass sein Leben gescheitert ist, dass der Knock out das Ende einer Krisenspirale markiert.

Wie ist es geschrieben?
Julia Wolf inszeniert Walter Nowaks Leben auf knapp 160 Seiten als Gedankenstrom. Sein Hirn denkt und erinnert was und wie es will. Zeitebenen schieben sich ineinander, Inhalte brechen ab um irgendwann später wieder auf zu tauchen. Gedankensplitter. Sogar die Sätze bleiben manchmal unvollendet. Man muss assoziieren, wie sie weiter gehen könnten. Und schon schiebt sich eine neue Erinnerung oder Überlegung über das gerade Gelesene. So folgen wir Walter Nowak zum Beispiel auf einer halben Seite zunächst ins kalte Schwimmbad, dann zu seiner Frau, weiter zu seiner Urologin und enden schließlich bei der Putzfrau.
„Erst die Pflicht, dann das. Hin und zurück sind es fünfzig, zehn mal fünfzig, das sind fünfhundert, mal zwei, das ist doch, ordentlich. Da soll noch mal einer. Hören Sie mal, Frau Doktor, Frau wie auch immer Sie heißen, ich schwimme jeden Morgen tausend Meter, das ist ein Kilometer, für Sie, zum Mitschreiben. Jeden Morgen. Dieser Ausdruck in Yvonnes Gesicht. Sie muss zugeben, das ist ordentlich, das ist nicht von schlechten. Da können sie sagen, was sie wollen, komme wer wolle uns sagt, wer wolle, sagt was, wolle komme, sage, was?“

Wie gefällt es?
Es fällt nicht immer leicht, diesem irrlichternden Gedankenschwall zu folgen. Aber ich habe mich drauf eingelassen und dann funktioniert es nicht nur, es macht sogar Spaß. Denn dahinter steckt ein virtuoser Umgang mit Sprache. Julia Wolf hat es drauf. Die beschädigte Sprache ist der adäquate Ausdruck für das geschädigte Gehirn und den beschädigten Menschen. So wird der Unsympath im Lauf der Geschichte zu einer bemitleidenswerten Figur.

Julia Wolf: „Walter Nowak bleibt liegen“, Frankfurter Verlagsanstalt, 21 EUR, ISBN: 9783627002336

hr-iNFO Büchercheck: Takis Würger „Der Club“

Takis Würger führt uns mit seinem Debüt „Der Club“ in die elitären Zirkel der britischen Universitäten. Zu Studenten, die sich zu etwas Besserem berufen fühlen und dabei jeglichen Skrupel ablegen.
hr-iNFO Büchercheckerin Karin Trappe hat den Krimi gelesen.

Worum geht es?
Hans Stichler ist ein körperlich schwacher Junge, in der Schule wird er gemobbt, er lernt das Boxen, um stärker zu werden. Als seine Eltern früh sterben, er muss ins Internat – und als er das Abitur abgelegt hat, bittet ihn seine Tante Alex, an die Universität Cambridge zu kommen, an der sie selbst lehrt. Er solle dort, so sagt sie ihm, Mitglied des Pitt Clubs werden und herausfinden, was die Boxer der Universität dort machen. Es gehe um ein Verbrechen. Hans, einsam, sensibel und ohne Halt, verlässt Deutschland und zieht nach England. Seine Tante Alex macht ihn mit Charlotte bekannt, einer jungen Frau, in die er sich schnell verliebt. Und – er boxt, und das sogar sehr erfolgreich. Doch was ist mit dem Verbrechen, das er aufklären soll? Er fragt Charlotte:
„„…Das sind Verbrecher in diesem Club“, sagte sie. „Ja, ich verstehe“. „Ich hoffe es“. „Was haben sie überhaupt getan?“, fragte ich. „Alex meint, ich soll dir das nicht sagen.“ „Woher kennst Du Alex überhaupt?“ „Sie betreut meine Doktorarbeit.“ „Und woher kennst du diesen Club? Ich dachte, da sind nur Männer?“ Ihr Mund sah weich aus. Kurz schwieg sie. „Du hast deine drei freien Fragen des Monats gestellt“, sagte sie. Ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte.“

Wie ist es geschrieben?
Behutsam, vorsichtig voran tastend erzählt Takis Würger in „Der Club“ die Geschichte des schüchternen Studenten Hans, der benutzt wird, um ein Verbrechen aufzuklären. Aus verschiedenen Perspektiven erfahren wir, wie ein schon Jahrzehnte alter Ritus dieses Pitt Clubs aufgedeckt wird, der in seiner monströsen Abscheulichkeit erschreckt und verwirrt. Takis Würger führt langsam zum Kern des Geschehens hin, erst am Ende ist das Buch wirklich ein Kriminalroman, schildert es Verbrechen und Aufklärung.

Wie gefällt es?
Ich war selten so tief berührt von der Erzählung eines Verbrechens und seiner Konsequenzen– einer Straftat, über die sowohl in der Realität als auch in Kriminalromanen schon vielfach berichtet wurde. Aber Takis Würger hat mich das alles auf eine ungewöhnlich intensive Art spüren lassen, die Verzweiflung der Opfer wie auch die Überheblichkeit der Täter – das ist phänomenal und einzigartig. Ein literarischer Hochgenuss, der so wichtige Dinge wie Gerechtigkeit, Moral, Rache und vor allem Wahrheit verhandelt. Ein grandioses Buch.

Takis Würger: „Der Club“, Verlag Kein & Aber, 22 EUR, ISBN: 9783036957531

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Fantasy-Tipp: James Islington “Das Erbe der Seher”

Unser Tipp:
“Das Erbe der Seher” hat das Zeug, eine wundervolle Fantasy-Saga zu begründen. Die Sprache ist, auch dank der hervorragenden Übersetzung, stark und bilderreich, die Charaktere sind vielschichtig, der Geschichte ist facettenreich und voll überraschender Wendungen.
#knaur #buchhandlung_calliebe #bookdog
Der Auftakt zur Licanius-Saga – das neue magische Epos in der Tradition der großen Fantasy-Bestseller von Robert Jordan und Raymond Feist!
In Feuer und Blut endete vor 20 Jahren die Herrschaft der Auguren, mächtige Magier mit seherischen Fähigkeiten. Jene, die ihnen dienten – die Begabten – wurden nur verschont, weil sie sich dem rigiden neuen Gesetz unterworfen haben, das ihre Macht beschränkt.
Der junge Begabte Davian und seine Freunde wachsen in einer Welt auf, die sie verachtet und strengstens überwacht. Doch als Davian herausfindet, dass er über die bei Todesstrafe verbotene Magie der Seher verfügt, setzt er eine Kette von Ereignissen in Gang, die alles für immer verändern werden.
Denn im Norden regt sich ein Feind, den man zu lange besiegt glaubte …
James Islingtons Fantasy-Saga nahm zunächst Australien im Sturm ein; nun schickt sich “Das Erbe der Seher” an, die Welt zu erobern!

hr-iNFO Büchercheck: Bill Clegg „Fast eine Familie“

„Fast eine Familie“ heißt der Debütroman des 47-jährigen amerikanischen Autors Bill Clegg. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller ist dieser Bill Clegg ein renommierter New Yorker Literaturagent. Er weiß also mutmaßlich, was einen guten Roman ausmacht.
hr-iNFO Bücherchecker Alf Mentzer hat den Roman gelesen.

Worum geht es?
Am Anfang dieses Romans steht die Katastrophe – eine Explosion, die ein ganzes Haus zerstört und vier Menschen in den Tod reißt. Es ist das Sommerhaus einer New Yorker Kunstagentin, deren Tochter dort am nächsten Morgen heiraten sollte. Die Tochter und der Bräutigam gehören zu den Opfern, ebenso der Exmann und ihr Geliebter – June, jene Kunstagentin, ist vollkommen verstört, setzt sich in das Auto des Brautpaars und fährt los, immer weiter – bis sie im Auto irgendwann die Tagebücher ihrer Tochter entdeckt und sich von denen quer durch die USA leiten lässt, auf einer Art Trauerreise.

Wie ist es geschrieben?
Erzählt wird aus elf verschiedenen Perspektiven, mit den Stimmen von elf Menschen, von denen jeder in einer Beziehung zu den vier Todesopfern stand – und aus diesen Erzählungen setzt sich nach und nach die Geschichte dieser Katastrophe zusammen – wobei nicht nur erzählt, wie es zu dieser Explosion gekommen ist – es gibt da auch einen Schuldigen, aber das Faszinierende und Wunderbare dieses Buches ist, dass aus der Frage nach der Schuld die Frage danach wird, was die Menschen trennt und was sie trotz aller Spannungen und aller Unterschiede miteinander verbindet. Mit jeder neuen Stimme, mit jeder neuen Perspektive verändern sich die Figuren, verschiebt sich – wie in einem Kaleidoskop unser Bild dieser amerikanischen Gesellschaft, die June, die Kunstagentin von Ost nach West durchfährt, bis sie am Schluss an der Pazifikküste zur Ruhe kommt – was Bill Clegg in ein letztes großartiges Bild der Entspannung fasst:
„Und kein Mensch wird sich an uns erinnern – wer wir waren und was hier geschehen ist. Sand wird über die Pacific Avenue und gegen die Fenster des Moonstone Motels wehen, und neue Menschen werden kommen und den Strand hinunter zum großen Ozean gehen. Sie werden verliebt sein oder verloren, und sie werden keine Worte haben. Und das Rauschen der Wellen wird für sie klingen wie für uns, als wir es das erste Mal gehört haben.“

Wie gefällt es?
Der Roman entwickelt einen Sog, obwohl oder gerade weil er so unspektakulär und ganz nah bei den Figuren bleibt. „Fast eine Familie“ ist auf den ersten Blick kein politischer Roman, sondern ein Roman, der nur im Privaten spielt – aber dieses Private erweist sich als äußerst politisch. Dieser Roman zeigt ein Amerika, in dem sich Menschen umeinander kümmern, ein Amerika, in dem Menschen trotz aller Unterschiede für einander da sind, die sich unterstützen, ihre Differenzen überwinden, um das, was in Trümmern liegt, wieder aufzubauen. Das ist rührend ohne kitschig zu sein, das ist intensiv ohne pathetisch zu werden, und es ist so ganz anders als das grelle Bild eines lauten und rücksichtslosen Amerika, das derzeit Konjunktur zu haben scheint. Insofern ist „Fast eine Familie“ auch ein Anti-Trump-Roman und zwar ein sehr guter.

Bill Clegg: „Fast eine Familie“, S. Fischer Verlag, 22 EUR, ISBN: 9783100023995

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LeseEule: Rainer Wekwerth “Camp21 – Grenzenlos Gefangen”

Hier geht es um zwei Jugendliche, die ein Jugendcamp der besonderen Art besuchen müssen.

Kayla ist nicht sonderlich begeistert, als sie von ihren Eltern in ein Erziehungscamp geschickt wird. Dort lernt sie Mike kennen, den sie von Anfang an nicht leiden kann. Doch durch einen blöden Zufall gerät Kayla in Schwierigkeiten und wird gemeinsam mit Mike ins Camp21 verlegt. Hier wird sich um die wirklich harten Fälle gekümmert. Die Jugendlichen sind durch Handfesseln verbunden, die Schmerzen hervorrufen können. 

Kayla und Mike merken bald, dass noch etwas anderes am Camp21 nicht stimmt. 

Mir hat das Buch von Rainer Wekwerth sehr gut gefallen. Besonders, dass der Autor direkt auf den Punkt kommt und nicht unzählige Seiten mit eher unnötiger Vorgeschichte füllt. 

Der Roman hat die richtige Mischung aus Action, aber auch einer Prise Romantik, so dass man sich gut in die Geschichte hineinversetzen kann.

Wir danken LeseEule für diese Rezension!

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TOLINO Rabattaktion alt gg. neu – 50€ für Ihren alten Reader!

Sie haben zuhause noch einen alten E-Reader und hätten gerne einen aus der aktuellen TOLINO-Produktpalette?

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Wir bieten Ihnen beim Kauf eines neuen TOLINO 50 € für Ihren alten Reader 🙂

Sie können den neuen Reader in unserem Online-Shop (www.calliebe.de) bestellen, der Umtausch ist allerdings nur in der Buchhandlung selbst möglich. Beim Online-Bestellen bitte darauf achten, dass Sie das “ABHOLFACH” als Lieferadresse wählt.

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2018 wirft erste Schatten voraus :-)

Heute sind die ersten Kalender für 2018 eingetroffen…

 

Ja, schon richtig, wir haben noch nicht einmal Mai, und nein,

es ist nicht so, dass das jedes Jahr früher wird 😉.

Vielmehr stellen uns die Verlage frei, ob wir die Kalender

früh oder spät haben möchten. Und da Kalender für uns ein

schöner Schmuck in der Buchhandlung sind, haben wir uns

für den frühen Liefertermin entschieden.

hr-iNFO Büchercheck: Annie Proulx „Aus hartem Holz“

Wenn Sie noch eine Erinnerung an „Lederstrumpf“ haben, dann fühlen Sie sich in
Annie Proulx neuem Buch fast ein bisschen wie zu Hause. Ihre Geschichte beginnt
im späten 17. Jahrhundert im Grenzgebiet zwischen den französischen und
englischen Kolonien an der Ostküste Nordamerikas. Der eigentliche Held ist die
Natur. Der Urwald Nordamerikas. Für die Indianer ist er Lebensraum, der sie
ernährt, dem sie sich anpassen. Für die Kolonisten ist er Nutzfläche, die sie ausbeuten.
hr-iNFO Bücherchecker Frank Statzner hat den Roman gelesen.

Worum geht es?
Annie Proulx erzählt die Geschichte dieser rücksichtslosen Landnahme von ihrem Beginn Ende
des 17. Jahrhunderts bis in unsere Zeit. Im Mittelpunkt stehen zwei französische Einwanderer
und ihre Nachfahren. Einer ist René Sel, ein geschickter Holzfäller, der eigentlich nur ein eigenes
Stück Land bewirtschaften will und eine Indianerin heiratet. Der andere ist Charles Duquet, ein
schwacher, aber gerissener und skrupelloser Geschäftemacher der schnell zu Geld und Ansehen
kommt und sich eine Frau aus Frankreich besorgt. An diesen beiden und ihren Nachfahren stellt
Proulx die Schicksale der Menschen, ihre Chancen und ihre Verlorenheit dar. Die einen bauen ein
Holz- und Handelsimperium auf, die anderen fühlen die Zerrissenheit zwischen indianischer und
französischer Herkunft immer wieder und kommen nicht auf die Erfolgsspur. Irgendwann
kreuzen sie sich dann. Und immer stehen diese Menschen und ihr Tun in einem
Wechselverhältnis zur Natur. Entweder versuchen sie im Einklang mit ihr zu leben oder sie
versuchen, sie sich zu unterwerfen. Am Ende sterben sie natürlich alle, oftmals weil sie die Kraft
der Natur unterschätzen.

Wie ist es geschrieben?
Proulx erzählt die Geschichte chronologisch durch die Jahrhunderte. Man kann das Buch fast wie
einen Abenteuerroman lesen oder wie ein erzählendes Geschichtsbuch. Proulx lässt immer
wieder komplexe und interessante Charaktere entstehen, aber ihre eigentliche Zuneigung gilt
der Natur. Ihre Landschaftsbeschreibungen der Wälder zeugen von großer Liebe und Achtung,
aus den Bildern spricht die ohnmächtige Wut der Autorin auf die Ausbeuterkultur ihres Landes.
Das wird zum Beispiel deutlich, als sie einen Pastor über die hungernden Indianer sagen lässt:
„Wer hungert da? Indianer, sagst du? Du weißt gar nicht, wie oft ich diese Klage höre, aber wir
leben in einer Zeit, in der die Rothaut den Platz räumt und von tatkräftigen europäischen
Siedlern ersetzt wird. Der Indianer muss lernen, zu arbeiten und seinen Lebensunterhalt zu
verdienen, einen Garten anzulegen und Vorräte für den Winter einzulagern. Wohltätigkeit
schiebt das Unausweichliche nur hinaus.“

Wie gefällt es?
Mich hat „Aus hartem Holz“ von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr los gelassen. Es ist
eine gut recherchierte Geschichte mit Akteuren, die man lieben, bewundern, bemitleiden oder
verachten kann. Vor allem ist es eine Geschichte mit einer klaren Botschaft: Beutet die Natur
nicht aus. Dass diese Botschaft aus jeder Seite herausdringt, mag man als störend empfinden.
Für mich ist sie das Vermächtnis einer großartigen Autorin.

Annie Proulx: „Aus hartem Holz“, Luchterhand Verlag, 26 EUR, ISBN: 9783630872490

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